Segelflugmuseum Wasserkuppe

Das weltweit größte Segelflugmuseum zeigt Exponate aus über 100 Jahren Fliegerei auf der Wasserkuppe.

Das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe ist das weltweit größte Museum dieser Art. Bei einem Besuch tauchst du ein in die spannende Geschichte des Segel- und Modellflugs auf der Wasserkuppe. Die Exponate umfassen die über 100jährige Geschichte des Flugsports – von den Gleitern der Flugpioniere bis hin zu modernen Segelflugzeugen.

Auch die politische Instrumentalisierung der Fliegerei für politische Ideologien und deren Einfluss auf die Entwicklung des Flugsports wird thematisiert. Du erfährst viel über mutige Männer und Frauen, über gewagte Experimente, spektakuläre Rekorde und spannende Wettbewerbe.

Warum ausgerechnet die Wasserkuppe?

Die Wasserkuppe ist mit 950 Metern der höchste Berg Hessens, und sie ist vor allem eins: kahl. Kein Wald, der den Wind bremst, dafür lange, sanft ansteigende Hänge, an denen die Luft nach oben gedrückt wird. Wer ein Fluggerät ohne Motor in die Luft bekommen will, findet hier oben genau die Bedingungen, die er dafür braucht. Dass der deutsche Segelflug ausgerechnet in der Rhön erfunden wurde, ist also keine Laune der Geschichte, sondern schlicht Physik – plus eine gehörige Portion Sturheit.

Die ersten Versuche unternahmen Darmstädter Studenten um Hans Gutermuth, je nach Quelle 1911 oder 1912 – da sind sich die Chronisten nicht ganz einig. Einig sind sie sich darin, dass die Geräte damals mehr Sprung als Flug waren.

Der Rhön-Segelflugwettbewerb

Im März 1920 rief der Flugtechnische Verein Dresden zu einem Segelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe auf, ausgetragen wurde er dann vom 15. Juli bis zum 31. August. Der Zeitpunkt war kein Zufall: Nach dem Ersten Weltkrieg war der deutsche Motorflug durch den Versailler Vertrag stark eingeschränkt – was blieb, war der Flug ohne Motor. Man machte also aus der Not eine Sportart.

Zur zentralen Figur wurde Oskar Ursinus, Herausgeber der Zeitschrift „Flugsport“, der den Wettbewerb organisierte und 1924 die Rhön-Rossitten-Gesellschaft mitbegründete. Bis 1939 fand der Rhön-Wettbewerb zwanzigmal statt. Dazwischen liegen die Jahre, in denen aus dem Bastelsport eine Technik wurde: 1922 blieb die „Vampyr“ erstmals über eine Stunde in der Luft, 1928 startete Fritz Stamer hier oben zum ersten bemannten Raketenflug, und 1936 hob auf der Wasserkuppe eines der ersten ferngesteuerten Modellflugzeuge ab.

Was du im Museum zu sehen bekommst

Das Museum wurde 1987 gebaut und 2006 erweitert. Auf rund 4.000 Quadratmetern hängen und stehen dort Originale und Nachbauten aus über hundert Jahren Fliegerei – vom Gleiter, der aussieht, als hätte ihn jemand am Küchentisch zusammengeleimt (was der Wahrheit in einigen Fällen ziemlich nahekommt), bis zum modernen Hochleistungssegler aus Kunststoff. Dazu die Modellflug-Abteilung, die nicht ohne Grund im Namen des Museums auftaucht.

Für Schulklassen gibt es das „fliegende Klassenzimmer“ mit rund 30 Plätzen. Und wer nach dem Rundgang immer noch nicht genug hat: Das Radom steht ein paar Schritte weiter, und die Wasserkuppe selbst hat bei uns auch eine eigene Seite.

Das Museum findest du auf der Wasserkuppe direkt neben dem Berghotel Deutscher Flieger. Bitte erkundige dich vor deinem Besuch über die aktuellen Öffnungszeiten.

Unser Prädikat: Besonders empfehlenswert, nicht nur für Flugsport-Enthusiasten!

im Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe
im Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe