In Gersfeld erwartet dich einer der anerkannt schönsten und natürlichsten Wildparks Deutschlands.
Die Rundwege, die zum großen Teil barrierefrei sind (bitte Kennzeichnung beachten), führen dich durch das idyllische Wiesental der Stecheller im Ehrengrund.



Naturerlebnisse auf 500.000 Quadratmetern
Rundherum eingebettet in Nadel- und Mischwald hat die Stadt Gersfeld 1972 diesen Wildpark angelegt. Auf 500.000 Quadratmeter Freifläche mit schönen Baumbestand und schützenden Hecken leben rund 150 Tiere. Es sind Arten, die vorwiegend aus Mitteleuropa stammen.






Auf den ausgedehnten Wald- und Wiesenflächen leben sie beinahe wie in freier Wildbahn. Die Tiere lassen sich von den Gästen nicht in ihrem Tagesrhythmus stören. Im Gegenteil: Sie freuen sich auf eine Handvoll Futter, das du an speziellen Futterstellen an der Wegen erhältst.
Ganz aus der Nähe kannst du zum Beispiel Tarpan-Pferde, Wisente, Wildkatzen, Wollschweine, Schwarzwild, Rotfüchse, Steinwild, Gamswild, Fischotter, Rotwild, Damwild, Muffelwild, Rehwild, Dybowskiwild, Uhu, Heidschnucken, Rhönschaf, Ziegen, Hängebauchschweine, Fasan, Goldfasan, Waschbären, Rebhuhn, Hasen, Fische, Enten, Schwäne beobachten.
Besonders kontaktfreudig sind die Ziegen, die im Streichelzoo schon auf große und kleine Besucher warten.
Wisente: zwölf Tiere gegen das Aussterben
Der Wisent, der in Gersfeld eher unbeeindruckt hinter dem Zaun steht, ist streng genommen ein Wunder. 1927 wurde im Kaukasus das letzte freilebende Exemplar erschossen. Übrig blieben ein paar Dutzend Tiere in Zoos und Gehegen – und die stammten allesamt von nur zwölf Wisenten ab. Von diesen zwölf Ahnen geht die gesamte heutige Population aus. 1952 begann in Białowieża die Wiederansiedlung, inzwischen leben wieder rund 7.000 Wisente in freier Wildbahn.
Dass Europas größtes Landsäugetier überhaupt noch existiert, verdankt es also einer Handvoll Zoodirektoren mit sehr langem Atem. Genetisch ist die Sache bis heute reichlich eng – aber immerhin.
Tarpane, die keine sind
Bei den Tarpanen wird es unübersichtlich, und da sind sich die Experten auch nicht ganz einig. Das Ende des Waldtarpans wird um 1814 bei Königsberg angesetzt, der letzte Steppentarpan starb um 1879 in Askania Nova, und ein letztes Tier in Gefangenschaft soll es bis etwa 1918 gegeben haben. Such dir eine Jahreszahl aus – ausgestorben ist er in jedem Fall.
Die Pferde, die heute in Wildparks als „Tarpane“ laufen, sind Rückzüchtungen. Die Brüder Heinz und Lutz Heck kreuzten in den 1930er Jahren Przewalski-Pferde mit diversen Ponyrassen, bis etwas herauskam, das den alten Beschreibungen ähnelt; das erste graue Fohlen fiel 1933. Ein echter Tarpan ist das nicht. Ein hübsches Pferd schon.
Das Rhönschaf, das fast verschwunden wäre
Das Rhönschaf mit dem schwarzen, unbewollten Kopf ist so etwas wie das Wappentier der Region – und war 1960 beinahe weg: Ganze 300 Tiere standen damals noch in den Herdbüchern. 1991 wurde es zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ ernannt, was nach Auszeichnung klingt, aber ein Alarmruf war. Er hat gewirkt: 2003 zählte man wieder rund 7.000 Zuchttiere, heute liegt der Bestand im fünfstelligen Bereich.
Dass Rhöner Lammfleisch einst bis an Napoleons Hof geliefert worden sein soll, gehört zu den Geschichten, die sich gut anhören und sich schwer belegen lassen. Wir erzählen sie trotzdem weiter.


Überall im Wildpark findest du Sitzbänke, von denen aus du das Wild in Ruhe beobachten kannst. Verweile vor allem auch am 6.000 Quadratmeter großen Teich, auf dem sich Wildvögel und Flugwild tummeln.
Zur Stärkung vor, während oder nach deinem Besuch empfiehlt sich eine Rast in der kleinen Wirtschaft am Eingang des Wildparks.
Ein Rundgang durch den Wildpark Gersfeld ist ein herrliches Naturerlebnis und unsere besondere Rhönline-Empfehlung, besonders auch für Ausflüge mit Kindern!
















