Das beeindruckende Hochplateau der Hohen Geba hat für Besucher nicht nur bei Tag einiges zu bieten.
Mit 751 m ü. NN ist die Hohe Geba der höchste Berg der nordöstlichen Vorderrhön. Der Gebaberg ragt mit seinem langgestreckten, kahlen Rücken aus der ihn umgebenden thüringischen Rhön hervor. Der Berg fasziniert oft mit dichten Nebelbänken, aber noch öfter mit einem herrlichen Rundblick zur Hohen Rhön, ins Grabfeld und über den Dolmar hinaus, auf den Kamm des Thüringer Gebirges in seiner nahezu ganzen Längenausdehnung.
Entsprechend veranlagte Menschen behauten, dass er Kraft ausstrahlen würde. Aber auch ohne Esoterik kann die Geba Menschen in ihren Bann ziehen.



Er ist ein beredtes Zeugnis des tertiären Basaltvulkanismus und gleichzeitig auch ein verkleinertes Abbild der Hohen Rhön. Das Gebiet um die Hohe Geba wurde als Landschafts-Schutzgebiet ausgewiesen. Am Gebaberg treffen Haupt- und Nebenwanderwege des Rhönklubs zusammen. Rund- und Radwanderwege ergänzen das Wegenetz.
Weil der Berg hindernisfrei vom Wind angeströmt wird, eignet er sich außerdem gut zum Gleitschirmfliegen; der örtliche Verein unterhält hier ein Fluggebiet.
Der Turm, der nie gebaut wurde
2014 sollte der Gipfel einen 70 Meter hohen Aussichtsturm bekommen, und zwar keinen geraden: Geplant war ein um 23,5 Grad geneigter Turm, was ungefähr der Achsneigung der Erde entspricht. Die Nachbargemeinden waren dafür, der Bürgerentscheid im September 2014 dagegen. Gebaut wurde er nicht. Wer heute oben steht, hat dafür die Panoramatafel von 2005, die in vierzig Richtungen zeigt, was man von hier aus sehen könnte – und an klaren Tagen auch tatsächlich sieht.
30 Jahre militärisches Sperrgebiet
Seit 1961 war die Hohe Geba von der Sowjetarmee eingenommen und zum Sperrgebiet erklärt worden. Am 22. April 1991 verließen die Besatzer das Gebaplateau. Im kleinen Museum ist das Leben und Wirken der damaligen Sowjetarmee, die 30 Jahre auf der Hohen Geba stationiert war, dokumentiert.
So erinnern alte russische Uniformen, verschiedene Utensilien, wie Patronentaschen oder Brotbeutel, Munitionshülsen und Blechgeschirr an die Zeit der Besatzer.
Rhönkulturgarten und Dark Sky
Im Rhönkulturgarten kannst du die Botanik und Geologie der Rhön sowie die künstlerische und historische Landschaftsgestaltung im harmonischen Nebeneinander bestaunen.
Angelegt wurde der Garten 1999 auf drei Hektar; zu ihm gehört auch ein rekonstruiertes Keltendorf. Dass die Kelten hier oben nicht zufällig unterwegs waren, versteht man, sobald man den Rundblick einmal gemacht hat.
Bei Astro(nomie)fans und Sternenfotografen ist die Geba wegen ihrer enormen nächtlichen Unterbelichtung als Sternenbeobachtungsort sehr beliebt.
Das ist kein Zufall, sondern amtlich: Die Hohe Geba ist eine der drei Kernzonen des Sternenparks Rhön, der 2014 als International Dark Sky Reserve anerkannt wurde – neben der Langen Rhön und den Schwarzen Bergen. Wer aus der Stadt kommt, sollte sich für den ersten Blick nach oben ein paar Minuten Zeit nehmen, bis sich die Augen umgestellt haben.
Um die Gastronomie auf dem Berg hatte es jahrelang Zirkus zwischen Verpächter und Pächter gegeben. Ob der Streit inzwischen beigelegt ist und, noch viel wichtiger, ob die gemütliche Wirtschaft wieder geöffnet hat, solltest du bei Besuchsabsicht vorab tagesaktuell recherchieren.
















