Der Frickenhäuser See in der Nähe von Mellrichstadt ist ein typischer Erdfallsee: Tief und rund.
Nahe Mellrichstadt, neben dem kleinen Dorf Frickenhausen liegt der gleichnamige See. Der See hat weder Zu- noch Ablauf und ist durch eine Erdsenkung entstanden (Erdfallsee). Er schmiegt sich an eine hohe Felswand, die ihn halb umschließt.

Der rundliche See erfreut sich vor allem im Sommer als Bademöglichkeit größter Beliebtheit. Das Gewässer liegt 314 m ü.NN, hat einen Umfang von 380 m und ist maximal 28 m tief.
Jeweils am 3. Julisonntag (Ersatztermin: 4. Julisonntag) findet hier ein Seefest statt, das am Abend von einem Feuerwerk gekrönt wird.

Wie ein Erdfallsee entsteht
Unter dem Frickenhäuser See hat sich Gestein aufgelöst. Wasser sickert in die Tiefe und löst dort weg, was löslich ist – Fachleute nennen das Subrosion. Irgendwann trägt die Decke über dem entstandenen Hohlraum nicht mehr, sie bricht ein, und der Trichter füllt sich mit Grundwasser. Deshalb sind Erdfallseen rund, und deshalb sind sie tief: 28 Meter auf gerade einmal 1,1 Hektar Fläche – ein Verhältnis, das kein gewöhnlicher See zustande bringt.
Welches Gestein sich da unten aufgelöst hat, ist nicht abschließend geklärt. Infrage kommen der Kalk des Unteren Muschelkalks oder, deutlich tiefer, Gips und Steinsalz des Zechsteins – da sind sich die Fachleute nicht ganz einig. Sicher ist, dass der See an der Heustreuer Störungszone liegt, entlang derer das Wasser besonders gut in die Tiefe kommt. Ausgewiesen ist er als Naturdenkmal und geschütztes Geotop und steht auf der Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns.
Über diesen See weiß man eine interessante Sage zu berichten:
Es heißt nämlich, der See stehe unterirdisch mit dem Weltmeer in Verbindung und aus diesem Grund sollen hier schon riesige Fische gesichtet worden sein.
Als einmal zwei Jäger am Seeufer vor sich hindösten, wurde der eine durch ein Geräusch geweckt, und erschrak aufs fürchterlichste, als er ein rieseiges Ungetüm von Fisch an der Wasseroberfläche sah. Wie die Jäger nunmal sind, legte er sofort seine Flinte an und drückte ab.
Der Fisch tauchte ganz unbekümmert hinab und verschwand. Übrig blieb eine tellergroße Schuppe, die die beiden mit Erlenruten aus dem See fischten. Damit konnten sie ihre Geschichte glaubhaft bezeugen, und die Schuppe wurde noch lange im Wirtshaus bestaunt.

Außerdem munkelt man:
Es wird ein Tag kommen, an dem die Königshofener Turmuhr 300 mal schlägt. An diesem Tag werden die Riesenfische im Frickenhäuser See derart toben und randalieren und mit ihren Riesenschwänzen den Felsen zerstören, dass der See auslaufen und ganz Franken überschwemmen wird.
Dass sich um dieses Gewässer solche Geschichten ranken, ist kein Wunder: ein rundes, sehr tiefes Loch voll Wasser, ohne sichtbaren Zu- oder Abfluss, an dessen Grund niemand hinsieht. Wer nicht weiß, was Subrosion ist, kommt auf den unterirdischen Zugang zum Weltmeer vermutlich schneller als auf gelösten Gips.
















